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Prostatapunktion mit Ultraschall

Die ultraschallgestützen Prostatapunktion (sonographisch gesteuerte Prostatapunktion) dient in der Regel der Erkennung und Beurteilung eines Prostatakarzinoms.

Das Prostatakarzinom wird in der Regel mit Hilfe einer mikroskopischen Untersuchung von Prostatastanzbiopsien nachgewiesen. Eine Biopsie wird jedoch nicht ohne einen begründeten Verdacht durchgeführt.

Ursächlich für die Durchführung des diagnostischen Verfahrens wären beispielsweise ein auffälliger Tastbefund der Prostata oder das Auftreten einer inhomogenen und asymmetrischen Veränderung der Prostata in einer transrektalen Sonographie (über das Rektum/Mastdarm erfolgte Ultraschalluntersuchung) bzw. auffällige PSA-Werte.

Mit Hilfe der sonographischen Diagnostik besteht die Möglichkeit, eine präzise und reproduzierbare Darstellung der Prostata zu erreichen. Gleichzeitig kann auch das Volumen der Drüse bestimmt werden, welches eine wichtige Bedeutung in der urologischen Diagnostik hat.

Des Weiteren lässt die Sonographie eine genaue und gezielte Gewebeentnahme aus der Prostata zur histologischen (feingewebliche) Untersuchung zu.

Entscheidende Parameter für die Beurteilung, ob eine Neoplasie (gut- oder bösartige Neubildung von Gewebe) vorliegt, kann in einem Prostatasonogramm sowohl über die Symmetrie der Prostata und die Binnenechostruktur beurteilt werden.

Mit Hilfe dieser Parameter besteht die Möglichkeit, einen vorhandenen Tastbefund zu überprüfen und bei einer Gewebeentnahme gegebenenfalls zu widerlegen.

Vor der Prostatapunktion

In Abhängigkeit von den Wünschen des Patienten kann die Untersuchung entweder bei einer applizierten Lokalanästhesie, in Vollnarkose oder in der Sedoanalgesie (gleichzeitige Sedierung u. Analgesie/Betäubung) durchgeführt werden.

Bei der Auswahl ist jedoch der Gesundheitszustand des betroffenen Patienten zu beachten. Eine Vollnarkose stellt für den Körper eine weitaus größere Anstrengung als eine Lokalanästhesie (örtliche Betäubung) dar.

Deshalb bieten wir als innovative Ergänzung die Prostatabopsie in Kombination mit einer Ohr-Reflexzonenakupunktur zur Schmerzminimierung an.

Eine orale Antibiotikatherapie wird für 5 Tage durchgeführt, wobei die ersten beiden Dosen am  Tag vor der Biopsie eingenommen werden.

Das Absetzen von blutverdünnenden Medikamenten wie Acetylsalicylsäure (ASS) oder Marcumar sollte in Absprache mit dem behandelnden Arzt erfolgen. Durch das kurzzeitige Aussetzen der Medikamenteneinnahme wird das Risiko für Blutungen deutlich minimiert, ohne dass eine signifikante Risikozunahme für den Patienten besteht.

Ablauf der Prostatapunktion

Nach erfolgter Analgesie erfolgt die Lagerung des Patienten in der Seitenlage, sodass der behandelnde Arzt über einen leichten Zugriff auf das Untersuchungsareal verfügt.

Im Anschluss hieran wird eine anale Schleimhautanästhesie durchgeführt. Bevor die Prostatapunktion erfolgen kann, muss zuvor eine rektal-digitale Palpation (Tastuntersuchung des Rektums) erfolgen und danach kann die transrektale Sonographie der Prostata (transrektale Prostatasonographie) durchgeführt werden.

Um die optimale Lokalisation für die Punktion nutzen zu können, erfolgt ultraschallgestützt die Darstellung einer Punktionsmarkierung im Querschnitt und Längsschnitt. Anschließend wird bei der Prostatapunktion mit der automatischen Biopsienadel vier- bis sechsmal pro Seitenlappen mit dem Samenblasenwinkel beginnend, dann nach apikal (an der Spitze befindlich) ziehend eine Punktion durchgeführt.

Auf Grund der Tatsache, dass sich die Mehrzahl der Tumore in Kapselnähe befindet, ist es notwendig, dass ein Untersuchungsschwerpunkt auf der Kontrolle des kapselnahen Gewebes liegt. Nach erfolgter Durchführung des Verfahrens wird vom behandelnden Arzt eine spezielle Einlage eines mit einem Schleimhautanästhetikum versetzten Mullstreifens in das Rektum (Mastdarms) als Schleimhauttamponade eingesetzt.

Nach der Prostatapunktion

Die mit dem Anästhetikum versetzten Mullstreifen gehen in der Regel mit dem ersten Stuhlgang spontan ab. Sollte dies nicht der Fall sein, so können die Mullstreifen eventuell durch ein leichtes Ziehen des Mullstreifens nach zwei Stunden entfernt werden.

Um eine Infektion effektiv nach der Untersuchung zu vermeiden, sollte die Antibiotikagabe für ungefähr vier weitere Tage beibehalten werden. In der Regel werden bei dieser präventiven Maßnahme nur orale Antibiotika verabreicht.